Der eine Ring

Wir einander – kaum gespürt
unsre Träume – unberührt
wohin hat uns das geführt?
Gedanken wild und ungeniert
Tränen wo der Tanz regiert
fallen bis sie jemand fängt

Doch ich hab mich an dich verschenkt
hab mich in deinem Wunsch ertränkt
dich um Zärtlichkeiten und Wahrheit bedrängt
mein Blick war durch ferne Ziele beschränkt
doch du hast mich befreit

Wir dafür – noch nicht bereit
unsre Leben – so viel Zeit
und das geträumte Hochzeitskleid?
Manche Pläne zeichnen Leid
Tränen geben wir Geleit
sie wandern bis jemand sie weint

Du hat es doch nicht so gemeint
auch wenn es hoffnungslos erscheint:
der Trotz der uns noch immer eint
die Leidenschaft, die weiter keimt
und Hoffnung hat uns neu verführt

Obwohl wir uns – zu oft gespürt
sind unsre Träume unberührt
und wohin haben sie geführt?
Gedanken frei und ungeniert
doch jetzt ist alles kompliziert.

Im Nachrichtenzeitalter

Wir stehn in der Mitte einer Welt
die wandert mit der Zeit
Das Universum dehnt sich aus
nur wir sind noch nicht bereit.

Für Zeiten regierte das Leben die Welt.
Für viele noch heute alles was zählt.
Eine Zeit lang vielleicht, lag die Macht in der Stärke
doch im heute und jetzt, regieren Worte.

Wenig mehr als ein Satz
überzieht uns mit Terror und Schmerz
birgt Frieden als heiligen Schatz
und Tod für Stumme wie Sänger.

Hier stehen wir jeden Tag
und lesen verzweifelt im Untergang
lauschen Geschrei, mit dem es begann
doch unsere eigene Stimme verzagt.

Eine Zeit lang vielleicht, lag die Macht in der Stärke
doch die Menschheit lebt heute aufgrund starker Worte
Wir alle lesen, wir alle schreiben
und das meiste davon heimlich und leise.

Und ich erwarte nicht, dass wir kämpfen,
denn auch ich bin zu schwach
Ich flehe uns an: Erwacht! und schreit!
Lest nicht und wartet, schreibt!
Sodass alle euch sehen und verstehn.
Hören wir auf gemeinsam auf einem Schweigemarsch
ins Unverständnis zu gehn
und dabei in der Sprache der Weisheit zu flüstern.

Noch stehen wir hier, in der Mitte einer Welt
die springt in der Zeit
der Horizont wird klein und verschwinden
Sind wir bereit?

Die schönste Melodie

Geschrieben
für das Leben selbst
Verspielt
für alle Zeit

Tief im dunklen Labyrinth
liegt ein Kartenspiel
Das Herz~Ass
obendrauf

Tief in Wegen
roten Herzens
ruht ein schwaches Licht
Spiegelsplitter ringsherum

Tief in grauen Nebelschwaden
liegen Vogelfedern
Ausgerissen von den Toten
Verbaut für kleine Nester

Tief in meinem stillen Geist
ruft ein fremdes Wort zu mir
Droht mit Sehnsucht
Ewigkeit
und Schutz für den Moment

Geschrieben
für das Leben selbst
Gespielt
für alle Zeit

Meine schönste Melodie

LebensZeit

Ich lese viel in Büchern
Ihr wisst ja,
wie das ist.
Es hält einen fest
und lässt nicht mehr los.
Lebenszeit verstreicht
und es ist schön.

Das Leben ist nicht wie in Büchern.
Dort gibt es vieles
was immer wiederkehrt.
Du weißt ja,
wie das ist.
Die über alles perfekte Liebe,
die sich um tausend Schwierigkeiten
in die Ewigkeit windet.
Der blutig tobende Krieg
in dem tausende fallen
und manchmal auch jemand
für den die Geschichte
einen Namen kennt.

Hast du schon geweint?

Weiter lesen

Nachtschwärmers Abendlied

Von und für einen Namen, der schweigt

Glaubst du,
dass wir anders sind?
Mehr,
als nur ein Blatt im Wind?

Glaubst du das,
obwohl das Treiben
zu unsren schönsten Stunden zählt?

Glaubst du denn
wir können verstehen
wohin unsre Wege gehen?

Glaubst du das,
obwohl wir hilflos waren
den Schritt zu gehen
der schon vor uns lag?

Glaubst du,
dass wir alles sind?
Stark und wissend?
Selbstbestimmt?

Glaubst du das,
obwohl so vieles
wider bessren Wissens
zu Unabsehbarem führte?
Doch ja,
stark bist du gewesen.

Glaubst du denn
wir sind wie alle?
Falls es ein Gemeinsam gibt…

Glaubst du das?
obwohl du siehst,
dass ich diese Worte schrieb?
Glaubst du das?
obwohl du liest?

obwohl du dich erinnern kannst?
kannst du es wissen?

Glaubst du,
dass wir anders sind?
Mehr,
als nur ein Blatt im Wind?
Glaubst du denn
du kannst verstehen?
Wohin deine Wege gehen…
Wenn du an der Kreuzung stehst
und doch keinen Ausweg siehst
außer offnem, freiem Feld.

Geständnis

An nie bedachte Schönheit

Und ich kann und kann
es nicht begreifen
Wie das Leben so schön ist
dass es manchmal fast wehtut

Wenn ich Menschen verliere
und meine innere Ruhe
und manchmal meinen Stolz
ist es noch immer perfekt

Wenn man genau hinsieht
Selbst wenn es nur noch
ein „weißt du noch?“ ist
Auf das niemand mehr antwortet

Und ich kann und kann
mich nicht verstehen
wie so viele Menschen
mich mitreißen können
so sehr,
dass es manchmal fast wehtut

Auch wenn wir niemals sprechen
und ich es nie sagen darf
und manche nicht verstehen
So fühle ich…
was kein Wort wiederkennt

Und ich kann und kann
beinahe wirklich glauben:
Das Leben fühlt
– vielleicht –
genau das wohl für mich
und ich
fühle es für dich

Mein schwarzes Herz

Nach guten vier Jahren und vielen Verzögerungen ist es endlich so weit: Meine erste Gedichtsammlung Mein schwarzes Herz ist veröffentlicht. Es enthält ca. 90 Gedichte, die ich im Alter zwischen 14 und 16 Jahren schrieb. Eine kleine Leseprobe findet sich hier.

Zu kaufen gibt es das schwarze Herz (wie fast alles) bei Amazon oder bei BoD. Natürlich kann man sich das Taschenbuch auch unter der ISBN 978-3-7392-2078-9 im Buchhandel bestellen lassen.