Nachtschwärmers Abendlied

Von und für einen Namen, der schweigt

Glaubst du,
dass wir anders sind?
Mehr,
als nur ein Blatt im Wind?

Glaubst du das,
obwohl das Treiben
zu unsren schönsten Stunden zählt?

Glaubst du denn
wir können verstehen
wohin unsre Wege gehen?

Glaubst du das,
obwohl wir hilflos waren
den Schritt zu gehen
der schon vor uns lag?

Glaubst du,
dass wir alles sind?
Stark und wissend?
Selbstbestimmt?

Glaubst du das,
obwohl so vieles
wider bessren Wissens
zu Unabsehbarem führte?
Doch ja,
stark bist du gewesen.

Glaubst du denn
wir sind wie alle?
Falls es ein Gemeinsam gibt…

Glaubst du das?
obwohl du siehst,
dass ich diese Worte schrieb?
Glaubst du das?
obwohl du liest?

obwohl du dich erinnern kannst?
kannst du es wissen?

Glaubst du,
dass wir anders sind?
Mehr,
als nur ein Blatt im Wind?
Glaubst du denn
du kannst verstehen?
Wohin deine Wege gehen…
Wenn du an der Kreuzung stehst
und doch keinen Ausweg siehst
außer offnem, freiem Feld.

Geständnis

An nie bedachte Schönheit

Und ich kann und kann
es nicht begreifen
Wie das Leben so schön ist
dass es manchmal fast wehtut

Wenn ich Menschen verliere
und meine innere Ruhe
und manchmal meinen Stolz
ist es noch immer perfekt

Wenn man genau hinsieht
Selbst wenn es nur noch
ein „weißt du noch?“ ist
Auf das niemand mehr antwortet

Und ich kann und kann
mich nicht verstehen
wie so viele Menschen
mich mitreißen können
so sehr,
dass es manchmal fast wehtut

Auch wenn wir niemals sprechen
und ich es nie sagen darf
und manche nicht verstehen
So fühle ich…
was kein Wort wiederkennt

Und ich kann und kann
beinahe wirklich glauben:
Das Leben fühlt
– vielleicht –
genau das wohl für mich
und ich
fühle es für dich

Mein schwarzes Herz

Nach guten vier Jahren und vielen Verzögerungen ist es endlich so weit: Meine erste Gedichtsammlung Mein schwarzes Herz ist veröffentlicht. Es enthält ca. 90 Gedichte, die ich im Alter zwischen 14 und 16 Jahren schrieb. Eine kleine Leseprobe findet sich hier.

Zu kaufen gibt es das schwarze Herz (wie fast alles) bei Amazon oder bei BoD. Natürlich kann man sich das Taschenbuch auch unter der ISBN 978-3-7392-2078-9 im Buchhandel bestellen lassen.

Sprachlos

Wir wandeln an deinen Ufern
Wir Dichter von morgen
Geister von heute
und die Gespenster der Zukunft

Wir wortlosen Dichter von morgen
Die Herzen voll
mit ungesagten Worten
und in den Augen Tränen

Namenloser Fluss
in dieser stolzen
und doch unbekannten Stadt

Obwohl du so flüsternd erzählst
stehen wir oft sprachlos
an deinen stillen Ufern

So wandeln wir an deinen Ufern
Wir Dichter von morgen
Geister von heute
und die Gespenster der Zukunft

Und sind sprachlos vor Schönheit
Namenlos und stolz
wie eine reiche
und doch unbekannte Stadt

Das Wesen des Unklaren

Ohne Titel (1895)

Durch dieses Land streifte er
Wie ein Geist von Tür zu Tür;
Seine Hände umklammerten eine Laute
Und ließen süß sie klingen;

In seinen verträumten Melodien
Konntest du wie einen Sonnenstrahl
Die Wahrheit selber spüren
Und auch himmlische Liebe.

Die Stimme ließ manches Herz schlagen,
Das zu Stein geworden war;
Sie erleuchtete manchen Geist
In entlegenster Dunkelheit.

Doch statt Verherrlichung,
Wo immer die Harfe gespielt wurde,
Bot der Pöbel dem Geächteten
Ein mit Gift gefülltes Gefäß…

Und sprach zu ihm: >>Trink, o Verfluchter,
Dies ist deine Bestimmung!
Wir wollen deine Wahrheit nicht,
Noch deine himmlischen Melodien!<<

Quelle: Niemals eine Atempause –
Handbuch der politischen Poesie im 20. Jahrhundert;
von Joachim Sartorius; Autor des Gedichts: Josef Stalin (1878-1953).

Wie verändert das Wissen um einen Autor den Text, den er geschrieben hat?

Tonlose Stille

Tonlose Stille

Versunken in weißer Stille Ein Himmel voller Farben grau-weiße Schlieren auf einem unwirklichen Blau

Am höchsten Punkt einer schlafenden Welt Ein stehender Zauber der schwebte und fiel Im Fluss erstarrt Ein angehaltenes Leben

Die atemlose Weite Ferne ist überall Und wir sind verloren in ihr Erfülltheit voller Schönheit bis zum Horizont und alle Gefühle konzentriert auf einen Punkt dr nichts mehr ist

Das schlafende Schweigen einer atemlosen Welt und ein erstarrt stilles Herz Ein zu schwacher Gedanke um es wahrzunehmen Ein gefallener Zauber Bis die Leere in mir singt und schwebt