Zerstört

Zerstört – Mein Wesen

Eine Maske aus Gold.
Strahlendes Lachen.
Bunte Federn.
Fröhlich.

Eine Mauer aus Eis.
Gefühlloses Herz.
Graues Gitter.
Verbittert.

Ein Käfig aus Stahl.
Gefangener Verstand.
Silbriger Nebel.
Kompliziert.

Ein Labyrinth aus Stein.
Vereinsamte Seele.
Schwarze Wege.
Geheimnisvoll.

Das alles geschaffen.
Um es zu schützen.
Vor aller Hoffnung.
Vor allem Vertrauen.

Nach außen hin offen.
Im Innern verschlossen.

Das alles geschaffen.
Um es zu schützen.
Vor aller Liebe.
Vor aller Nähe.

Weil nichts davon wahr war.
Und jemals sein wird.

Das alles geschaffen.
Um es zu schützen.
Vor allen Schmerzen.
Vor allem Leid.

Weil alles was es schuf zerstört wurde.
Und etwas Neues hinterließ.

Neue Leere.
Neue Scherben.
Immer tiefer.
Immer feiner.

Memento mori …

Memento mori …

Meine Hoffnung steht in Flammen
Meine Träume zum Verkauf

Aus Liebe
zum Vaterland
gelebt.
Nicht
aus Liebe
zum Leben
geliebt.

Worte können töten,
am Leben bleiben,
Leben erhalten.
Und vernichten doch.
nur die Wesen mit Herz.

Leere Gebäude.
Zweckentfremdet, neu aufgebaut,
sollen den Geist alter Tage fassen,
den Schmerz aller Menschen bewahren.

Wahre Worte müssen nicht erzählen.
Sie sprechen für sich selbst.
Ihre Lüge offenbahrt sich
allein im Spiegelbild,
wenn man sie von innen sieht.

Waren die Grillen schon hier?
Um Trost zu spenden während Stunden des Wartens
auf das Warten
auf das Ende?
Sangen sie schon,
damals?

Und warum auch nicht?
Wenn der Blick aus dem Fenster
einen Spiegel zeigt,
der endlos Spiegel spiegelt,
das Spiegelbild nichts als Wahrheit ist,
die Wahrheit
der Ewigkeit
unendlicher Schmerzen.

Wir sprachen darüber,
dass Identität auf Nummern reduziert wird.

Doch jetzt, Jahre danach,
sind sie doch wieder nur Nummern,
wieder nur Zahlen,
weil viele Identitäten
doch nur Masse sind.

Das ist der Ort, an dem Menschen gedenken.
Das sind die Dinge, denen Menschen gedenken.
Das ist die Art, auf die Menschen gedenken,
auf die Menschen gedacht wird.

Wofür dann gelebt?
In all den Nächten?
Jemals geträumt?
von scheinbarer Freiheit?
Weil das alles niemals wahr wird?

Kann Tod Erlösung und Anfang sein?
Weil das, was er beendet
des Nachdenkens nicht lohnt?

Großstadtlyrik

Schatten, wie das Blut eines toten Wesens,
ergießen sich über die Wege.
Jeder hier sucht, vergeblich,
ein Zeichen echten Lebens.
Einsam, als wenn jemand Blumen auf ein Grab legte.

Bäume, mitten in der Dunkelheit.
Die Welt verschwimmt, trostlose Tränen für nichts geweint.
Tausende Menschen, unzählige Straßen, ohne Zusammenhalt.
Einsam, spiegelt sich im schwarzen Teich,
die einheitliche Masse, die doch nichts eint.

Sie kamen hier her um Dinge zu finden.
Und sie suchen noch immer in den Schatten,
zwischen den Mauern, die wissen, dass es nichts gibt.
Einsam stehen sie und sehen wie die Gasse stirbt.

Sie reden über sinnlose Dinge,
niemand spricht das, was er denkt.
Geräusche verschwinden,
werden ausgeblendet,
lösen sich auf.

Wenn sich das Blut noch tiefer über die Straßen senkt.
Einsam, wie mit Blumen am Grab.
Niemand lässt einem Gefühl seinen Lauf.

Gift

Wenn du glücklich sein willst
Töte dich

Es gibt in dieser Welt
Keinen anderen Kick
Keine bessere Motivation
Keinen anderen Weg
um dazu zu gehören

Wenn du glücklich sein willst
Töte dich

Weil du zum glücklich sein
Freunde brauchst
Freunde wie uns
Die immer an deiner Seite stehen
um dir aus deinen Tiefs zu helfen
um dir den rechten Weg zu weisen
in eine Welt voller Spaß
voller Freude
voller Glück

Wenn du unser Freund sein willst
Töte dich

Das Gift in deinen Adern zeigt dir
dass du noch am Leben bist
Wenn alles in dir sich sträubt
hast du alles richtig gemacht
Denn es gibt in dieser Gesellschaft
Keinen anderen Weg
Keinen anderen Kick
Kein besseres Gefühl

Wenn du dich nicht erbrichst
dann lebst du noch nicht
Wenn du dich nicht tot fühlst
bist du niemals frei

Stell dich zum singen
auf den Marktplatz
Schrei all deine Schmerzen hinaus!

Und wenn ich da stehe
und aus vollem Herzen singe
fragt ihr mich
warum ich jetzt
zum ersten Mal
betrunken bin

Weil ihr nicht versteht
dass Leben aus Leben entsteht
und das alles was passiert ist
dass ihr verlernt
nüchtern zu lachen
dass ihr euch nicht mehr traut
nüchtern zu tanzen
dass ihr darüber lacht
wenn jemand nüchtern weint
dass ihr vergesst
zu leben
und es nicht spürt
und dass ihr früher sterben werdet

Ich aber brauch euch nicht
zum glücklich sein

Der eine Ring

Wir einander – kaum gespürt
unsre Träume – unberührt
wohin hat uns das geführt?
Gedanken wild und ungeniert
Tränen wo der Tanz regiert
fallen bis sie jemand fängt

Doch ich hab mich an dich verschenkt
hab mich in deinem Wunsch ertränkt
dich um Zärtlichkeiten und Wahrheit bedrängt
mein Blick war durch ferne Ziele beschränkt
doch du hast mich befreit

Wir dafür – noch nicht bereit
unsre Leben – so viel Zeit
und das geträumte Hochzeitskleid?
Manche Pläne zeichnen Leid
Tränen geben wir Geleit
sie wandern bis jemand sie weint

Du hat es doch nicht so gemeint
auch wenn es hoffnungslos erscheint:
der Trotz der uns noch immer eint
die Leidenschaft, die weiter keimt
und Hoffnung hat uns neu verführt

Obwohl wir uns – zu oft gespürt
sind unsre Träume unberührt
und wohin haben sie geführt?
Gedanken frei und ungeniert
doch jetzt ist alles kompliziert.

Geständnis

An nie bedachte Schönheit

Und ich kann und kann
es nicht begreifen
Wie das Leben so schön ist
dass es manchmal fast wehtut

Wenn ich Menschen verliere
und meine innere Ruhe
und manchmal meinen Stolz
ist es noch immer perfekt

Wenn man genau hinsieht
Selbst wenn es nur noch
ein „weißt du noch?“ ist
Auf das niemand mehr antwortet

Und ich kann und kann
mich nicht verstehen
wie so viele Menschen
mich mitreißen können
so sehr,
dass es manchmal fast wehtut

Auch wenn wir niemals sprechen
und ich es nie sagen darf
und manche nicht verstehen
So fühle ich…
was kein Wort wiederkennt

Und ich kann und kann
beinahe wirklich glauben:
Das Leben fühlt
– vielleicht –
genau das wohl für mich
und ich
fühle es für dich

Tonlose Stille

Tonlose Stille

Versunken in weißer Stille Ein Himmel voller Farben grau-weiße Schlieren auf einem unwirklichen Blau

Am höchsten Punkt einer schlafenden Welt Ein stehender Zauber der schwebte und fiel Im Fluss erstarrt Ein angehaltenes Leben

Die atemlose Weite Ferne ist überall Und wir sind verloren in ihr Erfülltheit voller Schönheit bis zum Horizont und alle Gefühle konzentriert auf einen Punkt dr nichts mehr ist

Das schlafende Schweigen einer atemlosen Welt und ein erstarrt stilles Herz Ein zu schwacher Gedanke um es wahrzunehmen Ein gefallener Zauber Bis die Leere in mir singt und schwebt