Zerstört

Zerstört – Mein Wesen

Eine Maske aus Gold.
Strahlendes Lachen.
Bunte Federn.
Fröhlich.

Eine Mauer aus Eis.
Gefühlloses Herz.
Graues Gitter.
Verbittert.

Ein Käfig aus Stahl.
Gefangener Verstand.
Silbriger Nebel.
Kompliziert.

Ein Labyrinth aus Stein.
Vereinsamte Seele.
Schwarze Wege.
Geheimnisvoll.

Das alles geschaffen.
Um es zu schützen.
Vor aller Hoffnung.
Vor allem Vertrauen.

Nach außen hin offen.
Im Innern verschlossen.

Das alles geschaffen.
Um es zu schützen.
Vor aller Liebe.
Vor aller Nähe.

Weil nichts davon wahr war.
Und jemals sein wird.

Das alles geschaffen.
Um es zu schützen.
Vor allen Schmerzen.
Vor allem Leid.

Weil alles was es schuf zerstört wurde.
Und etwas Neues hinterließ.

Neue Leere.
Neue Scherben.
Immer tiefer.
Immer feiner.

Unbenannt

Und ich breite meine Flügel aus…
Wohin soll ich fliegen? Das Wasser
unter mir ist tief und schwarz. Es
brodelt in dunklen Tönen. Der Himmel
über mir, bedeckt von gejagten Wolken,
zeigt mir den Weg zu mir. Dort ist
das Licht.

Mein Herz schlägt verzweifelt nach oben,
nach unten drückt mich meine Angst.
Wenn meine Flügel stark sind kann ich
es schaffen, wenn sie schwach sind werde
ich fallen.

Das Wasser ist so kalt und so hell strahlt
die Sonne über mir. Rauer Nordwind
ich flehe dich an, erlöse mich!

geschrieben von Lisa Hersacher

Emilys Hoffnung

Hoffnung – gefiedertes Wesen,
das in unserer Seele flattert
Es singt den Klang des Lebens ohne Worte
Niemals endendes Klagelied
Zauberworte gegen die Trauer

Ihre Stimme webt in das Rauschen des Sturms
den Ton eines Windspiels
Ihr sanft schüchternes Klopfen am Fenster
überdeckt ihre weltumspannenden Flügel

Weise den Pfad im Schnee
Sei die Brücke über den Ozean
Niemals hat sie danach gefragt
was wir für sie tun werden

(Interpretation von Emily Dickinsons Hope is the thing with Feathers.)

Der eine Ring

Wir einander – kaum gespürt
unsre Träume – unberührt
wohin hat uns das geführt?
Gedanken wild und ungeniert
Tränen wo der Tanz regiert
fallen bis sie jemand fängt

Doch ich hab mich an dich verschenkt
hab mich in deinem Wunsch ertränkt
dich um Zärtlichkeiten und Wahrheit bedrängt
mein Blick war durch ferne Ziele beschränkt
doch du hast mich befreit

Wir dafür – noch nicht bereit
unsre Leben – so viel Zeit
und das geträumte Hochzeitskleid?
Manche Pläne zeichnen Leid
Tränen geben wir Geleit
sie wandern bis jemand sie weint

Du hat es doch nicht so gemeint
auch wenn es hoffnungslos erscheint:
der Trotz der uns noch immer eint
die Leidenschaft, die weiter keimt
und Hoffnung hat uns neu verführt

Obwohl wir uns – zu oft gespürt
sind unsre Träume unberührt
und wohin haben sie geführt?
Gedanken frei und ungeniert
doch jetzt ist alles kompliziert.