Eingesperrt

Hier haben wir uns das letzte Mal gesehen,
Hier werden wir uns das letzte Mal sehen.
Um für immer zu beenden,
was wir für die Ewigkeit begonnen haben.

Lange war ich nicht mehr hier.
Tränen in meinen Augen,
die ich nicht weinen kann.
Und niemals weinen werde.

Trauer und Sehnsucht, Gefühle
zu real um wirklich zu sein.
Niemals mehr lieben wollen,
doch die Hoffnung kommt,
wenn du sie fortschickst.

Der Himmel weint die Tränen für mich.
Durchsichtige Tropfen am blassen Himmel.
Doch mein Herz sagt mir,
dass sie aus meinem Blut gemacht sind.

Die bloße Erinnerung,
verbirgt die Schmerzen vor meinem Inneren.
Jetzt erst, verstehe ich warum.

Oh, warum will ich nicht sehen,
dass ich die Schmerzen
nicht in den Verstand sperren darf?
Will ich, dass sie jemals geheilt werden…?

Die Zwänge der Liebe

Was wäre wenn
deine Liebe geht
für nur eine Sekunde
der Ewigkeit
und danach
alles vorbei ist

Wohin würdest du gehen
Stell ihn dir vor
diesen schönen Moment
wenn die Gedanken befreit sind
die letzten Fesseln gefallen
die Mauern eingerissen
von Schmerzen

Breiten wir rote Flügel aus
und entkommen dem Moment
Gemeinsam über Mauern jagen
strahlendem Glück hinterher
und die Ketten führn uns zurück

Brief einer Erinnerung

Verzeih mir.
Denn ich habe im Schmerz
Dinge gesagt,
die du nicht verdient hast.

Und nun
bin ich erneut egoistisch
und schreibe dir
obwohl du nie wieder
von mir lesen wolltest.

Doch jede Nacht
in diesen Jahren
wenn ich an dich dachte…
Ich dachte an alles,
Wunderschöne,
das du für mich getan hast.
Und ich lebe bis heute…
…nur deshalb
…in Dankbarkeit dafür

Niemals
werd ich dich vergessen können.

Dir niemals
sagen zu können,
dass ich dir immer
dankbar bin…
Das war nicht zu ertragen.
So viele Jahre,
werde ich noch leben
und das auch wegen dir.
So viele Lügen,
so viel Hass
morden in der Welt.

Darum glaube ich heute,
dass Worte der Liebe
aus ganzem Herzen
gesprochen werden müssen.
Damit sie vielleicht
helfen und heilen
während Schweigen
nur vergisst.

Ich weiß,
um die Gefahr.

Bittersüß

Bitterkeit im Herzen…
und die Nacht steht still.
atmet eisige Luft
und träumt.

Bitterkeit des Herzens…
und in den Straßen
knirschen die Blätter der Bäume
unter eisigem Schnee.

Tränen der Bitterkeit…
und über meinem Fenster
lauert das Eis.
kriecht über die Scheibe
wie ein halbflüssiges Tier.
aufgeweicht in Tränen.

Bitteres Blut…
tropft mein Handgelenk hinunter…
und da stehen grüne Bäume
vor einem schwarz-fleckigen Nachthimmel.

Farbe ohne Licht…
Hoffnung ohne Zukunft…

Bitterkeit…
zirkuliert
mit süßem Blut
in meinem Körper.
Kreisendes Gift…
kreist auf ewig.
hält mich am leben.
aus Grausamkeit.

Origami Heart – Lyrics

LINK zum Lied
LINK zum englischen Text

Zerbrochen, noch nicht zerrissen?

Die Idee zu Origami Heart entstand nach einem Abschied. Das Ende der Freundschaft war absehbar gewesen, aber zu wissen, was auf einen zukommt, schützt nicht immer vor den Folgen. Trotzdem handelt das Stück für mich nur auf der ersten Ebene von der Trennung an sich. Es geht vielmehr auch um die menschliche Fähigkeit, sich selbst zu heilen. Diese Heilung beginnt oft unmerklich und vieles davon läuft von allein, getreu dem Ausspruch: „Zeit heilt alle Wunden“.
Doch Zeit kann nur heilen, wenn wir es auch zulassen. Nach schmerzvollen Erfahrungen bemerke ich häufig, dass ich gar nicht möchte, dass sich die Lücke wieder schließt und alles wie früher wird. Schließlich ist in meinem Leben etwas geschehen, das mich verändert hat. Und diese Veränderung möchte ich zulassen. Einfach weitermachen und so tun als wäre alles wie immer, kommt dann für mich nicht in Frage. Davon möchte Origami Heart erzählen: Von den Veränderungen, die ein Mensch in sich zulassen muss, bevor er schließlich heilen kann.

Tatsächlich ist die Kunst in jeder ihrer Formen etwas, das mir immer wieder hilft, solche Heilungsprozesse abzuschließen. In Texten und Musik kann ich erkennen, manchmal erst im Nachhinein, was ein Erlebnis mit mir gemacht hat. Bin ich an einem Punkt angelangt, an dem mir das Ergebnis dieser Veränderung gefällt, kann ich es zur Seite legen und zulassen, dass der Platz von etwas Neuem eingenommen wird.

Das Stück beginnt zwar mit dem Refrain, dieser ist jedoch eigentlich ein Vorgriff auf das Ende der Geschichte, sodass es mir sinnvoller erschien, die Betrachtung des Textes in der ersten Strophe zu beginnen:

Als ich mich das erste Mal verliebte
opferte ich ein besonderes Geschenk:
Mein Herz, gemacht aus solidem Stein
und besetzt mit Edelsteinen aus meinem Stolz.
Nun ist alles, was im Inneren zurückgeblieben ist,
das Papier, das um das Herz gewickelt war,
das einst mir gehörte.

Die Geschichte beginnt mit der Trennung und einer Erinnerung: In dem Willen, sich tief auf diese Beziehung einzulassen, hat sich unsere Protagonistin geöffnet und wurde enttäuscht. Die Ideale, dass Liebe etwas Perfektes und Unangreifbares ist, das über alles hinwegtragen kann, sind verschwunden. Zurückgeblieben ist das Gefühl absoluter Leere.

Jahrelang sagte ich zu mir:
Niemand auf dieser Welt darf jemals wissen,
dass ich das einzige verloren habe,
was ein anderer Mann lieben würde.
So versteckte ich Tag für Tag
das Geschenkpapier, das zu
einer herzförmigen Box gefaltet wurde.

Allzu oft habe ich den Eindruck, dass ein ehrlicher Umgang mit der eigenen Verletzlichkeit in unserer Gesellschaft nicht gewünscht ist. Darauf unter anderem spielt der Beginn der zweiten Strophe an: Für ihre erste Beziehung hat unsere Protagonistin ihre aufgesetzte Stärke geopfert. Doch jetzt, wo ihre Liebe fort ist, weiß sie nicht wohin, mit dieser gerade entdeckten Zerbrechlichkeit.
Währenddessen hat in ihr der Heilungsprozess längst begonnen. Etwas in ihr versucht die Lücke zu schließen und imitiert das verlorene Steinherz.

Zeit kann nicht heilen was andauert,
aber wir schreiten voran, bevor wir brennen.
Die Papierschachtel in mir,
hat begonnen sich auszudehnen.
Nun weiß ich, eines Tages
wird sie ein Papierherz geformt haben,
gefärbt mit meiner Stärke.

Doch die Heilung kann nicht abgeschlossen werden. Die Geschehnisse werden für immer ein Teil unserer Protagonistin sein und ein zurückkehren zu ihrem Zustand vor der Beziehung wäre nichts als eine Illusion. Auf den ersten Blick ist vielleicht nicht eindeutig, was genau sich ändert. Noch immer ist in ihrem Herzen nichts als das Papier. Aber es versucht nicht länger eine leere Schachtel zu bilden. Es imitiert nicht länger den Zustand, in dem das Steinherz noch da war. Stattdessen wird es nun selbst zum Herz. An dieser Stelle schließt sich der Kreis und wir erreichen den Refrain zu Beginn des Liedes:

Eines Tages nahm ich ein Stück aus meiner Seele.
Ich faltete die linksseitige Rationalität
direkt hinein ins Unbewusste,
stellte es auf den Kopf.
Heute, wann immer ich am Abgrund bin,
breite ich meine Papierflügel aus und schreibe:
Solange du mich nicht zerreißt
habe ich ein Origami-Herz.

Das Origami Herz kann sich verändern und anpassen. Es wird sich verändern, mit jeder neuen (schmerzhaften) Erfahrung. Doch es wird bestehen.

Vor Kurzem machte mich ein Freund darauf aufmerksam, dass meine Vorstellung an diesem Punkt nicht ganz funktioniert. Er erinnerte mich daran, dass Origami, das einmal gefaltet wurde, in der Regel nicht umgefaltet werden kann. Es sieht furchtbar aus, lässt sich nicht mehr richtig neu falten und reißt irgendwann. Vielleicht müsste ich an dieser Stelle also ein Origami Heart II schreiben. Ein Lied, das davon erzählt, wie das Herzpapier durch Begegnungen erneuert werden kann. Im Moment ist kein solches Lied geplant, aber das Thema ist eines, das mich oft beschäftigt. Wir werden bestimmt irgendwann noch einmal darauf zurückkommen.