Eine Ankunft

In meinen Gedanken
sah ich ein Eisgerippe.
Ich bin darauf gestanden
hab es unter dem Schuh zertreten.
Zu Knochenstaub.

Was ist daraus geworden?
Nichts als Pulverschnee…
Wenn ich an meine Knochen denke…
Was wird aus ihnen werden,
wenn ich nicht mehr bin
um sie vor Fremden zu beschützen?

So geh ich Jahr für Jahr dahin.
Und unter meinen Füßen
knicken Blüten, Gräser, Blätter
bis schließlich am Ende
nur eine Fußspur bleibt.

Das Gedächtnis einer Reise,
die nur Zerstörung hinterlassen,
die niemals an ein Ende kam.
Und in den Tränen der Anderen
wächst ein kleiner Baum.

Blaues Licht – Anbetung

Einzelne Flocken
so winzig und klein
vom Wind getragen
wollen zum Fenster herein
Doch wir lassen sie nicht
wir fürchten sie

Sie setzen sich auf unsere Finger
Sie tanzen in unserem Haar
Legen sich auf grüne Berge
und überschatten die Welt
mit dunklen Wolken
und silbernem Glitzer
Sie kämpfen mit der Sonne
und verlieren zu schnell

Hauchzarte Tropfen
so zerbrechlich und klein
vom Wind verweht
wollen sie zum Fenster herein
Doch wir lassen sie nicht
wir mögen sie nicht

Sie vermischen sich
mit dem Weiß auf den Bergen
Füllen die Flüsse und Seen
Stürzen in unsere Staudämme
und fließen durch unsere Wasserhähne
Sammeln sich auf den Straßen
und überschatten die Welt
mit dunklen Wolken
und silbernem Glitzer

Auf den Feldern
kilometerweit
Treten die Flüsse
über die Ufer
überschwemmen die Straßen
die Wege und Wiesen
Aus einem Fluss werden drei
Und während die Schwäne fliehen
und die Menschen
hinter die Fenster flüchten
werden die Bäume überleben
Weil sie starr und fest verwurzelt
stark und stolz
in Richtung Himmel stehen

Einzelne Flocken
so winzig und klein
vom Wind getragen
wollen zum Fenster herein
Doch wir lassen sie nicht
wir fürchten sie
Zu Recht

Tonlose Stille

Tonlose Stille

Versunken in weißer Stille Ein Himmel voller Farben grau-weiße Schlieren auf einem unwirklichen Blau

Am höchsten Punkt einer schlafenden Welt Ein stehender Zauber der schwebte und fiel Im Fluss erstarrt Ein angehaltenes Leben

Die atemlose Weite Ferne ist überall Und wir sind verloren in ihr Erfülltheit voller Schönheit bis zum Horizont und alle Gefühle konzentriert auf einen Punkt dr nichts mehr ist

Das schlafende Schweigen einer atemlosen Welt und ein erstarrt stilles Herz Ein zu schwacher Gedanke um es wahrzunehmen Ein gefallener Zauber Bis die Leere in mir singt und schwebt